Kurzchronik der Freiwillige Feuerwehr Limbach

1934 – Gründung der FF-Limbach

1936 – Bau der Löschwasserzisterne

1939 – die FF bekommt eine Motorspritze

1954 – die FF bekommt Anhänger für Motorspritze und Schlauchmaterial

1964 – die FF bekommt neue Motorspritze

1973 – aus der FF-Limbach wird die FF-Hünstetten-Limbach

1973 – die FF bekommt neues Gerätehaus

1973 – Jugendfeuerwehr wird gegründet

1976 – erstmals werden passive Mitglieder in die FF aufgenommen

1979 – Mädchenjugendfeuerwehr wird gegründet und erstmals werden Frauen in die aktive Wehr übernommen

1983 – 10 jähriges Jugendfeuerwehrjubiläum

1984 – 50 jähriges Feuerwehrjubiläum

1993 – 20 jähriges Jugendfeuerwehrjubiläum

1994 – 60 jähriges Feuerwehrjubiläum

1994 – die FF bekommt ein TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug)

2002 – die FF bekommt neues Gerätehaus

2003 – 30 jähriges Jugendfeuerwehrjubiläum

2009 – 75 jähriges Feuerwehrjubiläum mit großem Pfingstgrillfest

2011 – die FF erhält neue Homepage

2011 – die Jugendfeuerwehr wird Vize-Kreismeister

2011 – die Jugendfeuerwehr belegt den 18. Platz auf Landesebene

2013 – 40 jähriges Jugendfeuerwehrjubiläum

2016 – die Jugendfeuerwehr wird Kreismeister

… heute

Solange es Menschen gibt, war das Feuer ein Freund des Menschen, ja ohne die Wärme und das Licht des Feuers ist kein menschliches Leben möglich.

Gleichzeitig aber ist das Feuer, wenn es ungezügelt ist oder missbräuchlich benutzt wird, von den Anfängen der Menschheit bis zu den großen Feuerkatastrophen der Städte im 2. Weltkrieg, ein gefährlicher Feind der Menschen.

Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Bevölkerung sich schon vor Jahrhunderten Gedanken darüber gemacht hat, dieser Gefahr zu begegnen und Vorsorge zu treffen. So entstanden bei uns in den Städten vor Jahrhunderten die ersten Feuerwehren, das heißt, die Männer wurden an hierfür bereitgestellten Geräten ausgebildet, um bei einem Schadenfeuer möglichst schnell und umfassend Hilfe zu leisten und das Feuer löschen zu können.

Auf alten Bildern ist oft dargestellt, wie die gefüllten Wassereimer von Hand zu Hand gingen, um das notwendige Nass an die Brandstelle zu schaffen.

Der Bau von zentralen Wasserversorgungsanlagen (Wasserleitungen) schaffte die Voraussetzung dafür, dass auch in den kleineren Gemeinden Feuerwehren ins Leben gerufen wurden. Alle Männer zwischen 18 und 45 bzw. 60 Jahren waren verpflichtet, bei der Bekämpfung von Bränden zu helfen (Pflichtfeuerwehr).

Neben den Wassereimern aus Tuch gab es bald Handlöschspritzen, was schon ein erheblicher Fortschritt war. Bald ging man dazu über, die Pflichtfeuerwehren in Freiwillige Feuerwehren umzuwandeln, wobei eine Anzahl interessierter Männer einen Verein gründete, sich einen Vorstand und einen Kommandanten wählten und sich eine Satzung gaben.

Neben der Ausbildung an den von der zuständigen Gemeinde bereitgestellten Geräten zur Brandbekämpfung, sollte auch der gesellige Teil nicht zu kurz kommen.

In unserem Ortsteil Limbach bestand bis 1934 ebenfalls eine Pflichtfeuerwehr. Als Wehrführer aus dieser Zeit sind bekannt Christian Weimer (†) und Karl Steinmetz (†). Die Freiwillige Feuerwehr Limbach wurde laut Eintragung des Amtsgerichtes Wehen am 13. Februar 1934 gegründet.

51 Bürger von Limbach waren der Aufforderung des damaligen Bürgermeisters Alberti gefolgt und gründeten eine Freiwillige Feuerwehr. Es wurden wie folgt gewählt:

Hermann Scherf (†) zum Wehrführer, August Großmann (†) zum stellvertretenden Wehrführer, Willi Schauß I (†) zum Schriftführer und Kassenwart und Gustav Müller (†) zum Gerätewart.

Der Verein gab sich eine Satzung, die am 7. September 1934 vom Landrat in Bad-Schwalbach genehmigt und am 24. Oktober 1934 beim Amtsgericht Wehen eingetragen wurde.

Unter der Leitung des 1. Wehrführers Hermann Scherf (†) wurde die Ausrüstung vervollständigt sowie die Ausbildung und das Vereinsleben gefördert. Alle Feuerwehrmänner erhielten eine blaue Uniform. Es wurden Übungen abgehalten und es fanden Veranstaltungen wie Maskenbälle etc. statt, so dass die Vereinskasse sich füllte.

Im Jahre 1936 wurde neben dem alten Spritzenhaus am Freien Platz in der Dorfmitte, das den meisten noch bekannt ist, eine 60 cbm fassende Löschwasserzisterne gebaut, die heute noch benutzt wird.

Wohl auch im Hinblick darauf, dass die Feuerwehr auch Luftschutzaufgaben übernehmen musste und vor allem weil die Brandgefahr durch Bombenangriffe sehr groß wurde, bekam die Freiwillige Feuerwehr Anfang des 2. Weltkrieges eine Motorspritze, was ein erheblicher Fortschritt war. In den Kriegsjahren ruhte natürlich die Vereinstätigkeit, die ganz jungen und die älteren Männer mussten in dieser Zeit für den Brandschutz sorgen. Zusätzlich wurde hinter dem Anwesen von Wilhelm Hahn ein offener Brandweiher angelegt. Das Ende des Krieges im Mai 1945 brachte auch die Limbacher Feuerwehr in große Schwierigkeiten: Ein Teil der im Spritzenhaus aufbewahrten Geräte war von den Amerikanern beschädigt oder verschleppt worden. Der Wehrführer Hermann Scherf (†) durfte sein Amt nicht mehr ausüben, und viele Feuerwehrmänner waren in Gefangenschaft bzw. waren gefallen. Es musste von vorne angefangen werden. Zum neuen Ortsbrandmeister wurde Hermann Schwenk (†), zum Stellvertreter Werner Großmann (†) bestimmt. Es war für diese beiden, damals noch jungen Leute, ein schweres Amt. Benzin gab es nur auf Bezugscheine, fehlende Ausrüstungsgegenstände waren kaum zu erhalten, für das Geld konnte man nichts bekommen.

Weitere Ortsbrandmeister waren in diesen Nachkriegsjahren, für kürzere Zeit, Willi Conradi (†) und Adolf Weimer(†).

Das erste Schadenfeuer nach Kriegsende entstand Ende September 1946 in der Scheune von Erich Schauß beim Dreschen. Dabei gab es für die Dreschmaschine und die Scheune keine Rettung. Ein Übergreifen auf Nachbargebäude wurde von den Feuerwehrmännern verhindert. Da die Motorspritze streikte bzw. der Anwurfhebel abbrach, kam die gute, alte Handspritze zum Einsatz.

In den folgenden Jahren tat sich nicht viel bei der Feuerwehr. Mangelnde Ausrüstung und fehlendes Interesse sowie ein unzureichendes Gerätehaus behinderten die Arbeiten.

In der Amtszeit von Bürgermeister Großmann (†) wurde begonnen, hier Abhilfe zu schaffen: Ein Anhänger für die Motorspritze sowie Schlauchmaterial wurden angeschafft. Die vorhandenen Uniformröcke wurden den einzelnen Feuerwehrmännern neu angepasst.

Eine im Jahre 1959 niedergebrachte Tiefbohrung half, die Wasserversorgung, und dadurch auch den Brandschutz, zu verbessern. Am 13. Februar 1962 äscherte ein Brand die mit Futtervorräten gefüllte Scheune von Berthold Mehl ein. Auch hier konnten die Limbacher Feuerwehrmänner ein Übergreifen auf die Nachbargebäude verhindern sowie das gesamte Vieh retten.

Im Jahre 1964 wurde unter Bürgermeister Emil Conradi (†) eine neue Motorspritze angeschafft. Die alte Handspritze hatte einige Jahre vorher ihren Platz im Gerätehaus räumen müssen. In den folgenden Jahren wurde von Ortsbrandmeister Schwenk (†) versucht, einen ordnungsmäßigen Übungsbetrieb und auch ein bisschen Vereinsleben aufzubauen. Von Bränden blieb man auch weiterhin nicht verschont: Bei August Albus konnte Dank raschen Eingreifens größerer Schaden verhindert werden, die Feldscheune von Ernst Großmann am Münzenberg war leider nicht zu retten. Ein Gasflaschenbrand bei Frieda Schauß richtete durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr keinen größeren Schaden an. Durch den Bau eines großen Hochbehälters und Schaffung einer Ringleitung in der Zeit von Bürgermeister Steinmetz (†) wurde die Löschwasserversorgung wesentlich verbessert und der Brandschutz für die Hühnerkirche sichergestellt. Ab 1970 entstand in der Flur „Auf dem Acker“, westlich vom alten Ortskern, ein Neubaugebiet mit ca. 60 Wohnhäusern, was für die Feuerwehr neue Aufgaben brachte.

In den Jahren 1972/1973 wurde am Ortsausgang nach Strinz-Trinitatis eine Mehrzweckhalle errichtet, wobei auch ein für damalige Verhältnisse geräumiges Feuerwehrgerätehaus angebaut wurde. Nun war es endlich möglich, in hellem, beheiztem Raum alle Geräte sowie Ausrüstungsgegenstände sachgemäß und einsatzbereit aufzubewahren. Auch konnten hier, wie in einem Nebenraum der Mehrzweckhalle, Unterrichtsstunden abgehalten sowie gesellige Abende veranstaltet werden.

Im April 1973 wurde die Limbacher Jugendfeuerwehr gegründet, wobei Kamerad Edgar Schauß als Initiator zum ersten Jugendfeuerwehrwart gewählt wurde und sogleich 24 Jungen aus Limbach der Neugründung beitraten.

In der Folge zeigte sich die Jugendfeuerwehr sehr aktiv, nahm auf Gemeinde- und Kreisebene sehr erfolgreich an allen Wettkämpfen teil und führte manchen ausgebildeten jungen Mann zur aktiven Wehr, deren Bestand nun auf über 30, meist junge Leute, anwuchs. Später, im Jahre 1979, wurde eine Mädchengruppe angegliedert. Durch interessante Dienstgestaltung, wie Basteln, Sport, Zeltlager und auch Feuerwehrdienst, wird hier eine gute, von allen Seiten anerkannte Jugendarbeit geleistet. Am 18. Mai 1974 entstand in dem Anwesen Binnentreu, vormals Großmann, ein Brand, den die Limbacher Feuerwehr gemeinsam mit den Nachbarwehren auf seinen Herd beschränken und größeren Schaden vermeiden konnte.

Unsere Wehr erhielt endlich am 6. Dezember 1976 das langersehnte Feuerwehrauto, das in einer kleinen Feierstunde übergeben wurde.

Ein weiterer Brand, am 14. August 1978, forderte die Feuerwehrmänner zum Einsatz. Bei Otto Reichel stand um die Mittagszeit der Kuhstall in hellen Flammen. Durch schnelles Eingreifen und mit Hilfe der Nachbarwehren konnte das Vieh gerettet und ein Übergreifen auf das angrenzende Wohnhaus sowie die angebaute Scheune verhindert werden.

Bei diesen letzten Bränden zeigte es sich deutlich, dass die Schlagkraft der Limbacher Feuerwehr durch bessere Ausbildung und Ausrüstung erheblich zugenommen hat. In den letzten Jahren mehrten sich die kleineren Einsätze. Ob Keller auszupumpen waren, unachtsames Strohverbrennen auf dem Felde oder bei Autobränden und Verkehrsunfällen, stets wurde die Wehr zur Hilfe gerufen.

Im Januar 1983 trat der langjährige Wehrführer, Hermann Schwenk (†), aus Altersgründen zurück.

Als neuer Wehrführer wurde Franz-Josef Osswald gewählt. Bei der Jugendfeuerwehr gab es ebenfalls einen Wechsel: Nach 10jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart übergab Edgar Schauß sein Amt an Reiner Bobak, der hierzu von der Jahreshauptversammlung einstimmig gewählt wurde. Edgar Schauß wurde Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Limbach, um den Wehrführer zu entlasten.

Seit 1977 wird jedes 2. Jahr zu Pfingsten eine Veranstaltung in der Mehrzweckhalle bzw. Grillhütte durchgeführt.

Zu Pfingsten 1983 wurde das 10jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Limbach mit zahlreichen Jugendfeuerwehren der Umgebung festlich begangen und ein Jugendwettstreit mit Erfolg durchgeführt.

Im Jahre 1984, ebenfalls an Pfingsten, wurde das 50jährige Bestehen unserer Feuerwehr gefeiert. Hier einige Zitate aus der Festrede des damaligen Vereinsvorsitzenden:

„50 Jahre, das ist ein halbes Jahrhundert Dienst für den Nächsten, dessen Leben bzw. Eigentum in Gefahr ist.“„50 Jahre, in denen freiwillige Helfer so manche Stunde ihrer Freizeit, ihrer Arbeitszeit und ihres Schlafes für die Allgemeinheit geopfert haben.“ „Besonderen Dank gebührt heute jenen, die 1934 die Freiwillige Feuerwehr in Limbach gründeten.“

Von den 51 Gründern sind heute, nach 50 Jahren, noch folgende unter uns:

Albert Brühl, Willi Conradi, August Großmann, Fritz Kilb, Karl Müller, Ferdinand Osswald, Hans SteindI, Willi Christmann II, Ernst Müller I, Willi Lauter, Gustav Weimer und Emil Steinmetz.

Wir wollen hoffen, dass es immer Menschen gibt, auch in dieser materiellen Zeit, die sich selbstlos in den Dienst der Allgemeinheit stellen. In diesem Sinne schließen wir diesen Rückblick, 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Limbach.